Foto: Andres Chaparro
Foto: Andres Chaparro

Coronavirus - Wie sag ich´s meinem Kind?

Das Wichtigste gleich vorweg: Überfordern Sie Ihr Kind nicht und sprechen Sie alters- und entwicklungsgerecht mit ihm über den Coronavirus. Wichtig ist in jedem Fall über die aktuelle Situation zu sprechen, andernfalls kann dies unter Umständen zu noch größerer Verunsicherung und Ängsten bei Kindern führen. Achten Sie dabei auf Ihre Ausdrucksweise und vermeiden Sie angstbesetzte Worte, bleiben Sie aber deutlich und klar.
Thematisieren Sie auch die Gefühle, die Ihr Kind hat und besprechen diese mit ihm.

 

Wie kann ich meinem Kind konkret erklären, was der Coronavirus ist?
Sie könnten Ihrem Kind zum Beispiel erklären:

Der Virus heißt Coronavirus. Corona heißt übersetzt Kranz, Krone, da der Virus ein kranzförmiges Aussehen hat. Das Virus macht krank. Die meisten Menschen haben Symptome wie bei einer Grippe. Die Betroffenen haben also zum Beispiel Husten, Schnupfen, Halsschmerzen oder Fieber. Manche haben auch Durchfall. Es kann auch passieren, dass Erkrankte eine Lungenentzündung bekommen. Wenn Menschen rechtzeitig behandelt werden und keine anderen schweren Erkrankungen haben werden sie normalerweise wieder gesund. Im Moment müssen alle gut aufpassen und sich schützen. Das ist deshalb so wichtig, weil die Ärztinnen und Ärzte nicht alle Menschen gleichzeitig behandeln könnten.

 

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), http://www.infektionsschutz.de
Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), http://www.infektionsschutz.de

Setzen Sie die Zahl der mit an dem Coronavirus erkrankten Personen mit der Weltbevölkerung in Relation. Natürlich soll die Krankheit und ihre Gefahren klar benannt werden, aber dabei sollte bei den Fakten geblieben werden und auch darauf hingewiesen werden, dass für die meisten Erkrankten der Verlauf eher milde ist. Wichtig ist also klarzustellen, dass man als infizierte Person nicht gleich stirbt und es sehr unterschiedliche Ausprägungen gibt.
Erklären Sie Ihrem Kind auch, warum sich Erwachsene große Gedanken um das Coronavirus machen. Dabei können Sie erläutern, dass es im Moment noch keinen Impfstoff gibt und manche Personen, die infiziert sind keine oder erst viel später Symptome zeigen, was das Ansteckungsrisiko für andere erhöht.

 

Nicht jede neue Meldung über den Coronavirus sollten Sie mit Ihrem Kind direkt besprechen. Wenn Ihr Kind jedoch nachfragt sollten Sie mit ihm offen und immer entsprechend dem Entwicklungsstand darüber sprechen.

Wichtig ist die Kinder und Jugendlichen aufzuklären, wie man sich schützen kann!

 

Auf der Internetseite www.infektionsschutz.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt es Materialien zum Anschauen und Download für verschiedene Altersklassen.

 

Aktuell sind die Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes zur Prävention

  • regelmäßiges und ausreichend langes Händewaschen (mindestens 20 Sekunden mit Seife unter laufendem Wasser)
  • Husten oder Niesen in ein Einwegtaschentuch oder in die Armbeuge
  • Abstand von Menschen mit Erkältungssymptomen (1 bis 2 Meter)
  • keine Hände schütteln
  • sich nicht ins Gesicht fassen / Hände vom Gesicht fernhalten.

Aktuelle Informationen zu den empfohlenen Präventionsmaßnahmen finden Sie hier.

Ein sehr empfehlenswertes Video hat die Stadt Wien produziert. Hier wird für Kinder leicht verständlich erklärt, was der Coronavirus ist und wie damit umgegangen werden kann.


Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs), Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie, hat ebenfalls ein kindgerechtes Video erstellt.

 

In diesem Video, das sich speziell an Kinder von 6-12 richtet, wird leicht & verständlich erklärt, wie diese mit den Veränderungen durch Corona im Alltag umgehen können.


Kita & Schulen geschlossen: Tipps für Zuhause

Strukturieren Sie den Tag gemeinsam mit Ihren Kindern und Jugendlichen. Normalerweise ist eine gewisse Tagesstruktur durch KiTa- und Schulbesuch vorhanden, die nun mit der Schließung von Schulen und den meisten Tagesbetreuungsangeboten wegfällt. Setzen Sie sich also zusammen und planen Sie eine Wochenstruktur. Wichtig ist dabei darauf zu achten, dass Sie gemeinsam mit Ihrem Kind besprechen, wie es sich auch einmal alleine beschäftigen kann. Dies ist vor allem wenn Sie selbst im Home Office arbeiten existenziell wichtig. Selbstverständlich muss die Beschäftigung altersentsprechend gestaltet sein. Mittlerweile gibt es auch viele gute medialen Angebote, die genutzt werden können. Mehr dazu finden Sie unter Beschäftigung und Bildung online für Kinder und Jugendliche.
Generell ist die Betreuung und Strukturierung mit schulpflichtigen Kindern etwas einfacher, da diese im Normalfall nicht mehr so intensiv betreut werden müssen wie Klein- und Kindergartenkinder. Dazu kommt, dass sie im Moment keine Ferien haben, sondern Zuhause schulische Inhalte erarbeiten müssen – was gleichzeitig die große Herausforderung darstellen kann.

Wichtig! Alle Kinder können zwar alleine spielen beziehungsweise sich alleine beschäftigen, wie lange das klappt hängt aber unter anderem auch von der Persönlichkeit des Kindes ab. Kinder unter einem Jahr können sich in der Regel 5 bis 10 Minuten alleine beschäftigen, Kinder zwischen einem und 3 Jahren bis zu 30 Minuten. Bleiben Sie aber bei Kindern in diesem Alter stets in der Nähe.